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    Wollseifen - das tote Dorf

Die Trümmer schweigen nicht

Der Bau der Urfttalsperre

Wollseifen-Info 1937

Die Schmiede von Wollseifen

Die Liste der Vertriebenen

Die Heimatbauer von Wollseifen

Die Kampfhäuser in Wollseifen

Galerie: WOLLSEIFEN HEUTE

Galerie: WOLLSEIFEN-ERINNERUNGEN

Wollseifen Grafik Georg May

Wollseifen - einst ein blühendes Eifeldorf mit malerischen Fachwerkhäusern und Blick auf die Urfttalsperre. Ein Ort dessen Ursprung bis ins 12. Jahrhundert zurückgeht fiel nach dem Ende des 2. Weltkriegs auf Befehl der britischen Besatzungsmacht einem Übungsplatz für militärische Zwecke zum Opfer.

Die Bewohner von Wollseifen wurden im August des Jahres 1946 auf Befehl der britischen Militärregierung aufgefordert, ihr Dorf binnen drei Wochen - bis zum 1. September 1946 zu räumen. Unterkünfte für den weiteren Verbleib der Wollseifener Bevölkerung wurde von der britischen Besatzungsmacht allerdings nicht angeboten. So wurden die Einwohner, welche die Ruinen ihrer Häuser nach dem 2. Weltkrieg wieder hergerichtet hatten, aus ihrem Dorf vertrieben - und nicht evakuiert, wie es fälschlicherweise in einigen Presseartikeln zu lesen ist. Wollseifen wurde von der britischen Besatzungsmacht kurzerhand beschlagnahmt und zwangsgeräumt!

So wurden damals kurz nach Kriegsende die noch Überlebenden des Dorfes, etwa 120 Familien (über 500 Einwohner) obdachlos. Ihr Heimatdorf, das über viele hundert Jahre gewachsen war wurde vom britischen Militär zerstört, die Häuser in Brand geschossen und letztendlich dem Erdboden gleichgemacht. Nur vereinzelte Gebäude wurden als Manöverunterkünfte notdürftig erhalten.

Im Jahr 1955 stand dann endgültig fest, dass der Truppenübungsplatz als Dauereinrichtung zu sehen ist und so eine Rückkehr der Wollseifener in ihre Heimat nicht mehr möglich sein würde. Die Bundesvermögensverwaltung “übernahm” im Jahr 1963 das Grundvermögen der vertriebenen Wollseifener kurzerhand per Enteignungsbeschluß bzw. Enteignungsverfahren.

Reparationszahlungen an die Wollseifener für die entstandenen Schäden wurden 1975 vom Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zurückgewiesen. Seit über 60 Jahren warten die noch verbliebenen Wollseifener vergeblich auf Worte der Entschuldigung seitens einer Deutschen Bundesregierung für das ihnen zugefügte Unrecht.

wollseifenmodell_1943

Im August 2011 wurde vor der Kirchenruine St Rochus ein Modell des Dorfes errichtet. Elmar Heimbach schuf diese Ansicht von Wollseifen nach einer Luftaufnahme des Jahres 1943. 

Ein ähnliches Blid präsentierte sich den amerikanischen Jagdbomberpiloten der 9. Bombardment-Division aus Richtung Heimbach kommend beim Anflug auf Wollseifen am 15. Dezember 1944, einen Tag vor dem Beginn der Ardennenoffensive. Gegen 12 Uhr mittags legten sie einen grauenvollen Bombenteppich über das Dorf. Zurück blieben Trümmer über Trümmer, 35 tote Zivilisten und viele tote Soldaten...